Wie kann man bei Veranstaltungen Ressourcen möglichst lange nutzen, also im Kreislauf halten? Und wie kann man verhindern, dass Abfälle überhaupt erst entstehen? In den aktuellen Newslettern stellen wir euch die R-Prinzipien der Kreislaufwirtschaft vor. Mit den „R's“ werden Events Schritt für Schritt nachhaltiger – und sparen oft sogar Geld.
Refuse: Auf Überflüssiges verzichten
Das Prinzip Refuse (Ablehnen) steht ganz am Anfang der Kreislaufwirtschaft. Bevor wir überlegen, wie etwas nachhaltiger umgesetzt werden kann, sollten wir uns fragen: Brauchen wir es überhaupt?
Die beste Abfallvermeidung entsteht dort, wo Abfall gar nicht erst entsteht. Jeder nicht bestellte Gegenstand muss nicht produziert, transportiert, gelagert und entsorgt werden. Gerade bei Veranstaltungen summieren sich viele kleine Entscheidungen zu einer großen Wirkung.
Typische Beispiele für Refuse bei Events
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Verzichtet auf Give-aways, die oft gar nicht genutzt werden - sie verschwinden oft in Schubladen oder landen im Müll.
- Druckt keine Programmhefte für alle Gäste, wenn die Informationen auch digital verfügbar sind.
- Lasst unnötige Werbebanner oder Dekoration weg, die nur einmal verwendet werden.
- Gebt kein abgefülltes Wasser in Einwegflaschen aus, wenn Trinkwasser vor Ort verfügbar ist.
- Verzichtet auf Einwegbecher, -teller und -besteck.
- Produziert keine T-Shirts für das Organisationsteam oder Helfer:innen, wenn diese nur einmal genutzt werden. (Wenn, dann sollten sie mehrmals getragen werden. Druckt z.B. keine Jahreszahl auf den Shirts ab).
Kurz: Was können wir weglassen, ohne dass die Qualität der Veranstaltung leidet?
Rethink: Veranstaltungen neu denken
Wenn etwas wirklich gebraucht wird, kommt das nächste Prinzip ins Spiel: Rethink (Umdenken).
Kreislaufwirtschaft beginnt bereits bei der Planung. Rethink bedeutet, Gewohntes zu hinterfragen und nach besseren Lösungen zu suchen.
Bei vielen Events werden Materialien, Angebote oder Abläufe eingesetzt, weil „man es immer schon so gemacht hat“. Doch muss wirklich jede Veranstaltung ein gedrucktes Programm haben? Muss Technik neu angeschafft oder kann sie ausgeliehen werden? Kann die Verpflegung so geplant werden, dass weniger Essen übrig bleibt?
Beispiele für Rethink bei Events
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Digitale Tickets statt Papierausdrucke.
- Programm und Lageplan per QR-Code oder auf großen Aushängen statt als Broschüre für jeden einzelnen.
- Technik, Möbel oder Dekoration mit anderen Veranstalter:innen teilen oder ausleihen.
- Mehrwegbecher statt Einwegbecher einsetzen.
- Regionale und saisonale Verpflegung anbieten.
- Vorhandene Infrastruktur nutzen statt zusätzliche temporäre Bauten errichten.
Wer umdenkt, kann Ressourcen sparen, Kosten reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Veranstaltung erhöhen.
Fragen für die Planung
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Welchen Zweck erfüllt ein Produkt oder eine Maßnahme wirklich?
- Gibt es eine digitale oder gemeinsame Lösung?
- Können bestehende Ressourcen genutzt werden?
- Können wir etwas ausleihen statt kaufen?
- Lässt sich ein Angebot ressourcenschonender umsetzen?
Kurz: Wie könnten wir es anders – und nachhaltiger – machen?
Konkrete Handlungsschritte für euer Organisationsteam
1. Bedarf prüfen statt automatisch bestellen
Geht vor jeder Beschaffung diese Fragen durch:
- Brauchen wir das wirklich?
- Können wir darauf verzichten?
- Können wir etwas Vorhandenes nutzen? Gibt es z.B. noch Restbestände von Vorjahren?
- Können wir es ausleihen oder teilen?
- Gibt es eine ressourcenschonendere Alternative?
2. Drucksorten reduzieren
- Programmhefte durch digitale Infos ersetzen (z.B. Bildschirme, Mails, QR-Codes oder wenige große Aushänge statt hunderter Broschüren).
- Statt Flyer oder Postwürfe könnt ihr Gemeindezeitungen, Gemeindewebsites, Gem2Go, Social Media oder Aushänge in Schaukästen nutzen.
- Anmeldungen und Informationen digital abwickeln.
- Beschilderungen so gestalten, dass sie mehrfach verwendet werden können.
3. Give-aways kritisch hinterfragen
Eine gelungene Veranstaltung bleibt oft länger in Erinnerung als ein Werbeartikel. Überlegt daher, ob Give-aways wirklich notwendig sind. Wenn unbedingt etwas ausgegeben werden soll, achtet darauf, ob das Produkt wirklich genutzt wird. Schaut außerdem auf nachhaltige Materialien, Herkunft (Transport), Herstellungsprozess (soziale Standards) und Recyclingsfähigkeit.
4. Mehrweg von Anfang an mitdenken
- Mehrwegbecher und Mehrweggeschirr einplanen.
- Wiederverwendbare Dekoration einsetzen, z.B. Topfpflanzen statt Blumensträuße, Wimpel aus Stoff statt Plastik und Papier, Stofftischdecken, langlebige Lichterketten, ...
- Materialien so auswählen, dass sie bei zukünftigen Veranstaltungen erneut genutzt werden können.
5. Das Team einbeziehen
Refuse und Rethink funktionieren am besten, wenn alle Beteiligten mitdenken. Fragt euch im Organisationsteam regelmäßig: Was können wir diesmal weglassen?** Wie können wir das Notwendige nachhaltiger umsetzen?**
Kleine Entscheidungen, große Wirkung
Refuse und Rethink sind oft die wirksamsten Schritte der Kreislaufwirtschaft. Denn die nachhaltigsten Produkte sind jene, die gar nicht erst benötigt werden.
Wer zuerst auf Überflüssiges verzichtet und anschließend bestehende Lösungen neu denkt, spart Ressourcen, vermeidet Abfall und schafft die Grundlage für wirklich zirkuläre Events.