Klimafreundlich grillen am GREEN EVENT

14. Juli 2022

Ein Sommerevent ohne Grillen? - Schwer vorstellbar. Grillen hat jedoch kein besonders umweltfreundliches Image. Mit ein paar einfachen Tipps lässt sich das Grillvergnügen auf deinem GREEN EVENT nachhaltiger gestalten und mit ruhigem (Klima-)Gewissen genießen.

 

Was kommt drunter: Kohle, Gas oder Strom?

Für viele ist das Grillen mit Holzkohle das Nonplusultra. Allerdings entstehen dabei klimaschädliche Emissionen, Feinstaub und weitere krebserzeugende Substanzen. Sauberer ist der Gasgriller, aber ebenfalls klimaschädlich, weil durch das Verbrennen des Gases CO freigesetzt wird. Am nachhaltigsten ist das Grillen mit einem Elektrogriller, vorausgesetzt der Strom stammt aus erneuerbaren Energiequellen, wie Wasser oder Sonne. Wer auf die Holzkohle nicht verzichten will, sollte den Rauch möglichst minimieren – das geht mit einem Anzündzylinder und guter Luftzufuhr. Auf keinen Fall sollte feuchtes Holz verwendet werden.

Grillen mit Holzkohle ist schädlich fürs Klima. Foto:Unsplash

Achtung bei der Wahl von Kohle oder Briketts: Wenn auf der Verpackung keine konkreten Angaben zum Ursprung des Holzes zu finden sind, wird häufig Tropenholz beigemischt, welches wiederum oft durch illegale Abholzung des Regenwaldes gewonnen wird. Holzkohleprodukte unterliegen nämlich nicht der EU-Holzhandelsverordnung. Das ist sowohl für die Umwelt als auch menschenrechtlich sehr problematisch. Es gibt jedoch im Fachhandel auch Grillkohle und Briketts, die aus Tiroler Holz und Hackgut hergestellt werden. Es lohnt sich daher auf die Herkunft zu achten.

Praxis-Tipp: Konventionelle Grillanzünder enthalten meist gesundheitsschädliche Stoffe. Umweltfreundliche Alternativen existieren als Fertigprodukte oder man kann sie auch leicht selbst basteln: aus alten Eierkartons, Sägespänen, Birkenrinde oder Wachs.

Was kommt drauf: Köstliches Gemüse & Co.

Grillwurst auf dem Plastikteller ist Vergangenheit. Da gerade Lebensmittel eines der wichtigsten "Kommunikationsmedien" für Nachhaltigkeit sind, solltest du diesem Aushängeschild für dein GREEN EVENT besondere Aufmerksamkeit schenken. 95 % der CO2  Emissione beim Grillen entsteht durch das Grillgut. Mit der Entscheidung, was du den Gästen auf deinem Event servierst, kannst du den größten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Auch beim Grillen lautet das Credo also: regionale, saisonale und fair gehandelte Zutaten (möglichst) in Bio-Qualität.

Klimafreundlich grillen mit mehr Gemüse und wenig Fleisch. Foto: Unsplash

Bei Fleisch gilt die Devise „weniger ist mehr“ – weniger Menge, dafür bessere und gesündere Qualität. Beim Gemüse und bei den Kartoffeln darf es dafür gerne mehr sein, sofern es regionale und saisonale Sorten sind. Gegrillte Zucchini, Auberginen, Tomaten, Mais, Champignons oder Zwiebel sehen am Grillteller nicht nur gut aus, sondern schmecken auch hervorragend. Auf einem Spieß ist das Gemüse noch einfacher zu grillen und gemeinsam mit einem Stück Grillkäse und einer selbstgemachten Joghurtsauce eine Gaumenfreude.

Was bleibt über? Abfall und Müll vermeiden

Schon beim Einkaufen fürs Event kann man auf unnötige Verpackungen verzichten und Großgebinde anstatt von Portionspackungen kaufen. Bier und Säfte sind ebenfalls in Großgebinden, oder auch in Mehrwegflaschen erhältlich. Gemüse gibt es oft unverpackt in der Kiste beim Bauern. 

Der meiste Müll auf Events fällt durch Plastikbecher, Papierteller, Einwegbesteck usw. an - das muss nicht sein. Durch die Verwendung von Mehrweggeschirr (Gläser, Porzellangeschirr, Metallbesteck) kann das Abfallaufkommen bei einer Veranstaltung um bis zu 90% reduziert werden.

Praxis-Tipp: Alufolie oder Aluschalen sind klimaschädlich, nicht nur wegen des Abfalls, sondern auch weil deren Herstellung umweltschädlich und sehr energieintensiv ist. Aber nicht nur das: Das Aluminium kann auf das Essen übergehen und ist bekanntlich giftig. Zum Glück gibt es Ersatz: Wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl oder Keramik.

Auf einen Blick: Die Checkliste für mein nachhaltiges Grillevent:

  • Elektrogriller verwenden
  • Wenn Holzkohle, dann aus heimischer Produktion
  • Anzündhilfe aus Naturmaterialien
  • Regionales Biogemüse und Kartoffel
  • Weniger Fleisch, dafür in Bioqualität aus der Region
  • Fisch aus heimischer Zucht
  • Selbstgemachte Kräutersaucen
  • Portionspackungen durch Großgebinde ersetzen
  • Mehrwegflaschen bei Bier und Säften
  • Kein Einweggeschirr
  • Original Tiroler Leitungswasser
  • Edelstahl-Schale statt Alufolie
nach oben