Die Musikkapelle Assling feierte 2026 ihr 180-jähriges Bestehen und ist Gastgeberin des Bezirksmusikertreffens des Musikbezirkes Lienzer Talboden. Bereits beim 170-jährigen Jubiläum wurde erstmals ein Green Event Tirol Basic umgesetzt. Bis heute ist dieses Bezirksmusikfest das einzige in Tirol, das als Green Event durchgeführt wurde.
180 Jahre Musikkapelle Assling sind ein beeindruckender Meilenstein. Welche Bedeutung hat dieses Jubiläum für die Kapelle und die Gemeinde Assling?
Für die Gemeinde Assling ist die Musikkapelle einer der wichtigsten Kulturträger, die im Laufe eines Jahres für viele gesellschaftliche Aufgaben Verantwortung übernimmt.
Es freut uns als Verein auf eine lange Vereinsgeschichte mit vielen Highlights zurückblicken zu können, wo es gelungen ist, Kammeradschaftlich die Verbindung zwischen alt und jung zu erhalten und somit auch in der Zukunft mit Freude musiziert werden kann.
Was hat euch vor 10 Jahren dazu bewogen, ein Green Event Tirol basic zu veranstalten?
Der damalige Bürgermeister der Gemeinde Assling, Bernhard Schneider ist an die Musikkapelle herangetreten, man möge dieses Jubiläumsfest als Green Event ausrichten.
Das damalige Bezirksmusikfest war zugleich das bisher einzige im Bezirk, das als Green Event durchgeführt wurde. Wie wurde dieser Schritt von den Mitgliedern, Vereinen und Gästen aufgenommen?
Die Mitglieder des Vereins waren am Anfang etwas skeptisch, da man einen Mehraufwand bei der Organisation des Festes vermutet hatte, aber Vereine und Gäste schwärmen bis heute noch von beiden Festen wegen der guten Weiterentwicklung solcher Veranstaltungen: richtiges Geschirr und Besteck, vegetarische Gerichte, verdünnbare Säfte, regionale Produkte, Müllvermeidung, Werbung in den sozialen Medien inkl. Beschreibung der öffentlichen Verkehrsmittel, Radfahrer, Menschen mit Beeinträchtigung, Kinderprogramm, uvm.
Welche nachhaltigen Maßnahmen haben sich seit dem ersten Green Event besonders bewährt und sind heute selbstverständlich geworden?
Beinahe jedes Fest wird inzwischen mit echtem Geschirr und Besteck ausgeführt. Es werden nur regionale Produkte verkocht und auch vegetarische Gerichte angeboten. Der mit Wasser verdünnbare Saft um 1 Euro ist ein Fixum geworden und nicht nur bei Kindern beliebt.
Bei Großveranstaltungen wird oft über zusätzlichen Aufwand diskutiert. Welche Erfahrungen habt ihr hinsichtlich Organisation, Kosten und Nutzen gemacht?
Natürlich ist es ein Mehraufwand, bis man die Vorgaben eines Green Event verstanden hat. Hier empfiehlt es sich nach Innsbruck zu fahren, um persönlich mit den zuständigen Personen zu sprechen, die sehr freundlich sind und gut weiterhelfen.
Im Nachhinein können wir von einem weit größeren Nutzen als von Kosten sprechen.
In jedem Fall haben wir uns sehr weiterentwickelt und deshalb haben wir bei unseren Veranstaltungen auch immer zufriedene Gäste.
Wie gelingt es, Tradition, Brauchtum und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden, ohne dass eines zu kurz kommt?
Wir glauben, dass Tradition und Brauchtum stark in unserer Bevölkerung vorhanden sind, aber es muss gelebt und erlebt werden. Nachhaltigkeit wird von den Leuten immer mehr angenommen, wenn es die Angebote gibt.
Welche Rolle spielen die vielen freiwilligen Helfer:innen, Vereine und Partner bei der Umsetzung eines nachhaltigen Festes?
Ohne die Vereine und die freiwilligen Helfer im Hintergrund wäre so ein Fest niemals durchführbar. Und ohne die Großzügigkeit vieler Sponsoren ein finanzielles minus!
Deswegen möchten wir uns auf diesem Weg nochmals bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise so großartig geholfen haben. Vergelts Gott!!
Welche Erfahrungen und Learnings aus Assling könnten für andere Musikkapellen und Veranstalter von Bezirksmusikfesten interessant sein?
Wir können nur sagen: Probiert es einmal aus, und Ihr werdet sehen Eure Gäste werden begeistert sein!
Bei Fragen könnt Ihr uns gerne jederzeit kontaktieren.
Vielen Dank!
Eure Musikkapelle Assling
© Musikkapelle Assling