Kulturstadl Mieming: Tiroler Wein & Weltmusik

2. Juli 2020

Corona zum Trotz findet diesen Sommer wieder der Mieminger Kulturstadl statt. Die Organisatorin Maria Thurnwalder erzählt uns im Interview, was Corona verändert hat, und wie sie durch die Organisation eines Green Events Radler_innen als neue Zielgruppe entdeckt hat.

 

Maria Thurnwalder

Der Kulturstadl Mieming geht noch bis 16. August – was passiert bei euch?

Der Kulturstadl ist eine Sommerinitiative: An fünf Sonntagen gibt es eine Matinee, die für alle gegen freiwillige Spende zugänglich sind. Wir verbinden dabei gute Musik, mit regionaler Kulinarik, netter Gesellschaft und einem guten Glas Tiroler Wein. Zusätzlich bieten wir noch Abendveranstaltungen an.

Wie hat sich eure Planung durch Corona geändert?

Wir mussten lange zuwarten, weil wir nicht wussten welche Besucherzahlen erlaubt sind. Das Unangenehmste war dabei für mich, die Künstlerinnen und Künstler so lange hinhalten zu müssen. Bei der Bewerbung hat dann alles sehr schnell gehen müssen. Insgesamt ist mir aufgefallen, dass wir an „Leichtigkeit“ verloren haben – durch die vielen Beschränkungen kommt weniger Lust an Kunst und Kultur auf.

Und was wird durch die Ausnahmesituation heuer anders sein?

Bei einer Veranstaltung mit freiwilligem Eintritt, ohne Vorverkauf, müssen wir schauen, dass nicht zu viele Gäste auf einmal da sind – das heißt für uns regelmäßig durchzählen. Und natürlich muss der Sicherheitsabstand gewahrt werden. Statt 130 Personen, haben heuer nur zwischen 40 und 60 Personen Platz im Stadl. Deshalb haben wir, bei schönem Wetter rund um den Stadl Liegestühle und anderer Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, damit das Ambiente auch im Freien genossen werden kann.

Liegestühle vor dem Mieminger Kulturstadl

Ihr habt letztes Jahr schon als GOING GREEN EVENT begonnen, heuer habt ihr den Sprung zum GREEN EVENT TIROL geschafft.

Darüber freuen wir uns sehr. Es hat sich dadurch einiges getan, zum Beispiel haben wir viel weniger gedrucktes Werbematerial und machen mehr digital. Plastik ist fast ganz verschwunden, weil wir alles in Mehrweggläsern anbieten. Das hat im Übrigen auch den Vorteil, dass die Gäste eine Qualitätssteigerung wahrnehmen – alle trinken ihren Wein lieber aus einem Glas als aus einem Becher.

Gab es für dich einen Aha-Moment im Zuge der Umstellung auf GET?

Ja! Ich habe eine neue Zielgruppe entdeckt, die ich vorher nicht am Radar hatte: Die vielen Radfahrer, die am Mieminger Plateau unterwegs sind. Viele kommen vor oder nach eine gemütlich Radtour bei uns vorbei und genießen das Kulturprogramm. Über unsere Bewerbung sprechen wir sie auch direkt an und haben gute Radabstellplätze vor Ort.

Du bist auch Gemeinderätin. Wo siehst du die Verantwortung von Gemeinden in Bezug auf eine nachhaltige Veranstaltungskultur?

Mir ist es wichtig mit gutem Beispiel voranzugehen. Der Mieminger Kulturstadl ist sozusagen unsere Vorzeigeveranstaltung: Er wird von der Gemeinde veranstaltet und setzt ganz klare Zeichen für Klimafreundlichkeit: regionale Verpflegung, Vermeidung von Abfall, aber auch soziale Aspekte indem wir zum Beispiel jungen Künstlern eine Bühne geben.

Danke für das Gespräch!

Ein Konzert im Mieminger Kulturstadel

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