Soziale Verantwortung, Barrierefreiheit

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Mutter mit Kinderwagen

© Klimabündnis Tirol / MOB Interreg

Für jedermann und jedefrau zugänglich

Nachhaltigkeit betrifft auch das soziale Miteinander. Plane deine Veranstaltung so, dass sich möglichst alle Personen angesprochen und wohl fühlen. Es ist deine soziale Verantwortung, dass Frauen, Männer, Senior_innen, Kinder, Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund geachtet und gleich behandelt werden. Dies gilt im Übrigen auch für alle Mitarbeiter_innen.

Die Übernahme sozialer Verantwortung ist in der Regel bei jeder Veranstaltung relevant und kann sehr vielfältig gestaltet werden. Bestimme daher bereits in der ersten Planungsphase eine oder mehrere zuständige Koordinator_innen für diesen Sektor und unterrichte alle Mitarbeiter_innen und Helfer_innen über die geplanten Maßnahmen. Zum Beispiel:

  • spezielle Angebote für Familien und/oder ältere Menschen
  • Einhaltung von Lärmschutz und Barrierefreiheit
  • Jugendschutz
  • Integration von Menschen mit Behinderungen
  • Einbindung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund
  • Ansprache und Einbindung beider Geschlechter
  • barrierefreie Gestaltung von Druckwerken, Websites und Aussendungen

Barrierefreiheit beginnt im Kopf

Um auch Menschen mit Handicaps eine ungehinderte Teilnahme an Veranstaltungen zu ermöglichen, müssen bauliche oder organisatorische Maßnahmen getroffen werden. Ein Integrationskonzept kommt aber nicht allein Rollstuhlfahrer_innen oder Sehbehinderten entgegen, sondern bringt auch Vorteile für Eltern mit Kinderwägen oder für ältere Menschen.

Binde bereits in der Planungsphase Menschen mit Handicap oder Institutionen ein, die sich mit Barrierefreiheit beschäftigen (z.B. ÖZIV). Ernenne für die Veranstaltung eine Kontaktperson für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Tipps zur Erfüllung der Kriterien:

  • Wähle einen barrierefreien Veranstaltungsort
  • Achte auf genügend breite Zwischenräume und Gänge für Rollstühle und Kinderwagen
  • Achte auf vorhandene Sitzplätze bzw. Freiräume für Rollstuhlfahrer_innen
  • Ein rollstuhlgängiges WC ist zugänglich und beschildert
  • Die Veranstaltungswebsite ist gut verständlich und benutzerfreundlich

Einzelberatungen für Veranstalter_innen und die Erstellung eines Barrierefrei-Konzeptes für eine Veranstaltung bietet unser Servicepartner ÖZIV Tirol (Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen). Nähere Infos findest du beim Menüpunkt Servicepartner_innen.

Themenrelevante Kontakte

  • ÖZIV - Tirol (Innsbruck)

    Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung - barrierefreies Planen und Bauen - Beratungsstelle

gender, gleichheit, geschlechter

© Brian A Jackson/istockphoto.com

Berücksichtige die Grundsätze von Gendergerechtigkeit bei der Programmgestaltung - das bedeutet, dass Männer wie Frauen angesprochen werden und sich angesprochen fühlen. Achte daher bei allen Aussendungen, Programmen, Einladungen etc. auf die Ansprache beider Geschlechter. Sprache ist in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit ein wichtiges Instrument.1

Achte auch beim Organisationsteam darauf, dass Männer und Frauen gleich stark vertreten sind. Schaffe eine Atmosphäre des Miteinanders und du wirst von den neuen Sichtweisen und kreativen Ideen profitieren.

Themenrelevante Kontakte

Jugendschutz

Jugendschutzgesetz

Als Veranstalter_in trägst du die Verantwortung für die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen, aber gerade die Umsetzung und Kontrolle des Jugendschutzgesetzes ist oft schwierig. Zu beachten sind

  • die vorgegebenen Ausgehzeiten für Jugendliche,
  • Ausschank, Verkauf und Weitergabe von alkoholischen Getränken, sowie
  • der Verkauf von Tabakwaren.

Es ist wichtig, dass du bereits im Eingangsbereich auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen hinweist. Da deine Mitarbeiter_innen direkten Kontakt zu den Gästen haben, ist es entscheidend, dass diese gut informiert und zur Einhaltung angehalten werden.

Überblick Tiroler Jugendschutzgesetz

„Aktion 5 von 12 statt 5 vor 12“

Die „Aktion 5 von 12 statt 5 vor 12“ des Landes Tirol zeigt dir 12 mögliche Maßnahmen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes auf deiner Veranstaltung. Zumindest 5 dieser Maßnahmen sollten Standard sein - du wählst aus und setzt die Schwerpunkte.

Überblick Aktion 5 von 12

Farbbänder

Am besten kontrollierst du bereits im Eingangsbereich das Alter der Besucher_innen und sorgst für entsprechende Kennzeichnung. Das Land Tirol stellt für Veranstaltungen finanziell geförderte Farbbänder zur Kontrolle des Alkoholausschankes, der Ausgehzeiten und des Rauchens zur Verfügung.

Überblick Jugendschutzbänder

Alkohol

Auf Getränkekarten, sollten alkoholische Getränke mit entsprechenden Altersangaben gekennzeichnet werden. Weite doch dein Angebot aus und serviere die beliebtesten alkoholischen Getränke und Cocktails auch in alkoholfreien Versionen zu einem günstigeren Preis. Außerdem muss gratis Trinkwasser zur Verfügung stehen und bei starken alkoholischen Getränken sollte ein Glas Wasser automatisch mitserviert werden.

Jugendschutzmobil und MOBILisierBAR

Das Jugendschutzmobil und die MOBILisierBAR des Landes Tirol bieten eine unterhaltsame und informative Möglichkeit, Jugendschutz bei ihrer Veranstaltung zu einem eigenen kleinen Event zu machen.

Überblick Jugendschutzmobil und MOBILisierBAR

Bezugsquellen und Kontakte

kinder bei green events

Wenn deine Veranstaltung für die ganze Familie gedacht ist, sollten auch attraktive Angebote für die ganze Familie vorhanden sein. Biete beispielsweise ein Kinderprogramm oder Kinderbetreuung an. Es gibt in Tirol einige AnbieterInnen für spannende, pädagogisch wertvolle und umweltgerechte Kinderprogramme. Oft bieten auch lokale Vereine und Organisationen interessante Programmpunkte an.

Vergiß nicht, dass Babys und Kleinkinder andere Bedürfnisse haben als ältere Kinder (Wickelmöglichkeiten, etc.). Beim Eintrittspreis könnte es Ermäßigungen für einkommensschwächere Personengruppen geben. Kinderreichen Familien und/oder Senior_innen ist oft schon mit einem geringen Nachlass beim Eintrittspreis geholfen.

Bezugsquellen und Kontakte

Lärm

Lärm beeinträchtigt die physische und psychische Gesundheit. Um die Belastung für Gäste und AnrainerInnen zu reduzieren beachten Sie die "Anleitung für den Schallschutz von BesucherInnen bei Musikdarbietungen" des Forums Schall1. Auch die „Lärmschutzrichtlinie für Veranstaltungen“ des Umweltbundesamtes2 liefert gute Informationen.

Wählen Sie den Veranstaltungsort so, dass dieser abseits von Krankenhäusern, Pensionistenheimen, Schulen etc. liegt, wenn davon auszugehen ist, dass die Veranstaltung für die Menschen in diesen Einrichtungen eine Belastung darstellen könnte. Informieren Sie AnrainerInnen bereits bei der Planung darüber, dass es während der Veranstaltung eventuell zu Verkehrsbeeinträchtigungen oder zu Lärmbelästigungen kommen könnte. Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass lautere Programmpunkte zeitlich und räumlich begrenzt sind, da bestimme Personengruppen (z.B. Kinder) besonders zu schützen sind. Gegebenenfalls müssen sie BesucherInnen bereits im Eingangsbereich durch gut sichtbare Anschläge (z.B. in Form von Piktogrammen3, Texthinweisen) auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung des Gehörs aufmerksam machen.

Special effects

Spezialeffekte die Abfall und Lärm erzeugen sind auf einem Green Event fehl am Platz. Verzichten Sie daher insbesondere auf Feuerwerke und Zündung pyrotechnischer Gegenstände. Neben der enormen Umweltverschmutzung, sind auch die Schäden für Menschen und Tiere beachtlich. Neben Verbrennungen, Augen- und Ohrenschäden wirkt die starke Feinstaubbelastung besonders gesundheitsschädlich4. Wie wäre es stattdessen mit einer Feuershow?

Bezugsquellen und Kontakte

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Regionalität und Nachhaltigkeit ergänzen sich nicht nur im Bereich Verpflegung. Bereichern Sie Ihre Veranstaltung, indem Sie Gruppen aus der Region aktiv in die Planung und in das Programm miteinbinden (z.B. Sportvereine, Musikgruppen, Gesangsvereine, Bildungseinrichtungen, NGOs, usw.).

Nutzen Sie weiterhin die Möglichkeit, VertreterInnen verschiedener Kulturkreise bei der Organisation der Veranstaltung miteinzubinden. Dadurch können Unterschiede wahrgenommen und positiv bewertet werden. Feiern erleichtert die Integration!

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