Mehrweg statt Einweg

Mehrwerg statt Einweg Green Events Tirol

(c) Markus Bianchi: Mehrwegbecher der ISSBA Tirol

Mehrweggeschirr verringert das Abfallaufkommen um bis zu 90%

Zahlreiche Studien belegen, dass die Verwendung von Mehrweggeschirr (Trinkgläser, Mehrwegkunststoffbecher, Porzellangeschirr, Metallbesteck) im Vergleich zu Einweggeschirr wesentlich umweltfreundlicher und klimaschonender ist. Das Abfallaufkommen bei einer Veranstaltung kann durch die Verwendung eines Mehrwegsortiments um bis zu 90% reduziert werden1. Daher stellt es auch ein besonders wichtiges Mindestkriterium für "Green Events Tirol" dar.

Falls Sie mit Catering- oder Gastronomiebetrieben zusammenarbeiten, können diese evtl. Mehrweggeschirr bereitstellen. In manchen Bezirken sind auch Geschirrmobile zum Waschen vor Ort ausleihbar. Ein besonderes Service bietet der Geschirrverleih des gemeinnützigen Vereins Issba in Imst: dieser liefert das richtige Geschirr für jeden Anlass und nimmt es verschmutzt wieder zurück. Auf diese Weise wird nicht nur der Abfall, sondern auch der Aufwand für den Veranstalter/die Veranstalterin deutlich reduziert. Sämtliche Kontakte finden Sie in Bereich AnbieterInnen auf unserer Website.

90% weniger Abfall_Artikel_TT (161,3 KB)

Pfandsysteme

Selbstverständlich kostet das Ausleihen von Mehrweggeschirr zu Beginn mehr als die Wegwerfvariante. Allerdings müssen Sie berücksichtigen, dass durch das minimierte Abfallaufkommen die Entsorgungs- und Aufräumkosten deutlich günstiger werden (s. Kostenvergleich Einweg- und Mehrwegsystem). Bei größeren Festen sorgt ein Pfandsystem dafür, dass die Gäste ihre gebrauchten Gläser, Mehrwegbecher, Teller und Besteck wieder zurückbringen. Bei einem Pfand von zB 1-2 Euro stellen Sie sicher, dass Sie sich bei Verlust allfälliger Becher jedenfalls schadlos halten (issba - Verlustpreis pro Becher: 0,60 Cent).

Kompostierbares Geschirr ist keine Alternative

Der Gebrauch von kompostierbarem Geschirr ist zwar gut gemeint, aus ökologischer Sicht aber nicht zu empfehlen. Abgesehen von der ethischen Fragwürdigkeit, Nahrungsmittel als Verpackungsmaterialien zu verwenden, haben Studien ergeben, dass die Produktion von Bechern aus dem nachwachsenden Rohstoff PLA (Maisstärke als Ausgangsprodukt) mit sehr hohen Umweltauswirkungen verbunden ist, auch wenn diese kompostiert werden. Die Auswirkungen liegen in derselben Größenordnung wie bei Bechern aus Polystyrol und Polyester. Einwegbecher aus Karton schneiden ökologisch besser ab als kompostierbare Becher2.
Ein weiteres Problem ist die Kompostierbarkeit. Um das Geschirr fachgerecht entsorgen zu können, müsste es streng sortenrein, als eigene Recycling-Fraktion, gesammelt werden. Dies ist bei den meisten Veranstaltungen äußerst schwierig.

Sicherheit

Da Mehrwegbecher nicht zerbrechen können, besteht keine Verletzungsgefahr für die Konsumierenden. Mehrweg-Kunststoffbecher sind daher auch bei Großveranstaltungen (z.B. bei Fußballspielen) zugelassen.

Mehrweg als Beitrag zur Festkultur

Finden Sie nicht auch, dass Speisen auf festen Tellern und Getränke aus richtigen Gläsern/Bechern wesentlich genussvoller konsumiert werden können? Untersuchungen haben ergeben, dass 90% der Gäste die Verwendung von Porzellantellern und Gläsern bevorzugen3. Mehrweg ist demnach auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Festkultur!

"Pack´s ins Brot"

Falls die Verwendung von Mehrweggeschirr nicht möglich ist (z.B. Laufkundschaft), kann auf Speisen nach dem Prinzip „Pack´s ins Brot“ oder „Fingerfood“ zurückgegriffen werden. Die bekanntesten "Pack´s ins Brot" Gerichte sind Falafel, Kebap, Hot Dogs, Wraps, Sandwiches, Pizza usw. Das Wort Fingerfood bezieht sich nur darauf, dass die kleinen Häppchen ohne Teller und Besteck mit den Fingern gegessen werden können. Die Angebotspalette reicht von süß bis herzhaft, von warm bis kalt, vegetarisch, vegan, mit Fleisch oder Fisch bis hin zu Obst oder Gemüse. Bei Bedarf finden Sie im Internet eine Vielzahl an möglichen Gerichten. Informieren Sie Caterer, StandbetreiberInnen, etc. frühzeitig über Ihr Vorhaben!
Falls dennoch eine Verpackung für Speisen benötigt wird, verwenden Sie kleine Servietten aus Recyclingpapier (Blauer Engel, Umweltzeichen, etc.) oder Pergamentersatzpapier. Echtes Pergamentpapier wird mithilfe von Chemikalien dauerhaft fettdicht und nassfest gemacht und ist daher nicht kompostierbar. Inzwischen gibt es eine umweltfreundliche Lösung. Pergamentersatzpapier ähnelt dem Original, ist aber etwas weniger wasserdicht. Durch die fehlende Schwefelsäurebehandlung kann die Verpackung mit dem Papiermüll entsorgt und recycled werden. Pergamentersatzpapier hat sich inzwischen in der Lebensmittelindustrie durchgesetzt; zudem ist es preisgünstiger als Pergamentpapier.   

Bezugsquellen und Kontakte

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