Papier, Druckwerke

nachhaltige beschaffung printprodukte material

Papier sparen

Trotz Computertechnologie hat der weltweite Papierverbrauch in den letzten 30 Jahren um die Hälfte zugenommen. 77 % des weltweit produzierten Papiers werden von Industrieländern verbraucht. Allein jede/r ÖsterreicherIn verbraucht jährlich 6,83 über 12 m große Bäume (s. Abbildung: RISI-Bureau of International Recycling; EPA; The Economist; die umweltberatung). Die Papierindustrie gehört zu den größten Holzverbrauchern weltweit, wobei das verwendete Holz nur zum Teil aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Da Klimaschutz aber bereits beim verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen beginnt, sollten Sie darauf achten, den Papierverbrauch zu reduzieren.

papierverbrauch.jpgPapierverbrauch in Bäumen pro Person / pro Jahr

 

Im Vorfeld von Veranstaltungen werden oft kistenweise Flyer, Programmhefte, etc. gedruckt. Diese dienen nur kurzzeitig der Information und werden rasch weggeworfen. Helfen Sie mit diesen unnötigen Papierverbrauch einzudämmen und reduzieren Sie die Menge an veranstaltungsbezogenen Druckwerken. Nutzen Sie die Möglichkeit der elektronischen Bewerbung (Mails, Homepage, soziale Netzwerke, etc.) und schalten Sie Anzeigen in öffentlichen Druckwerken (Stadtblatt, Bezirksblatt, Gemeindezeitung, etc.). Auch durch scheinbar kleine Maßnahmen, wie dem doppelseitigen Druck oder der Verwendung von einseitig bedrucktem Papier als Druck- und Kopierpapier können große Mengen an Papier eingespart werden. Während der Veranstaltung können Sie beispielsweise Programminformationen auf wenigen Plakaten/Anzeigetafeln präsentieren, statt jedem Gast ein persönliches Programmheft zu überreichen. Bei Tagungen/Seminaren/Workshops hat es sich bewährt, Unterlagen, Tagungsbände und Handouts nur nach Vorbestellung auszudrucken und sonst nur elektronisch zu übermitteln (Mail, Internet, Datenträger, etc.).
Generell sollte das nicht zielgerichtete Verteilen von Flyern, Programmheften und anderen Drucksorten unterlassen werden, da gerade die willkürlich verteilten Druckwerke schnell auf dem Boden landen und bei großen Veranstaltungen einen Großteil des Abfalls stellen.

Recyclingpapier

Selbstverständlich lässt sich der Papierverbrauch nicht vollständig reduzieren. Wenn Sie Papier kaufen und verwenden, achten Sie unbedingt auf 100% Recycling-Papier. Dieses hat einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck (s. Abbildung) und ist inzwischen von gleich guter Qualität wie Frischfaserpapier. Auch bei Hygienepapier muss auf entsprechende Zertifizierung (blauer Engel, Umweltzeichen) geachtet werden.
ZellstoffpapierVSRecyclingpapier720x420.jpgZellstoffpapier versus Recyclingpapier

Planen, Banner, Transparente

Auf besonders aufwendige Druckwerke wie Planen oder Banner sollte generell verzichtet werden. Zur Kennzeichnung als Green Event, können Sie aber entsprechende "Green Events Tirol" Banner beim Klimabündnis Tirol ausleihen. Möchten Sie dennoch Transparente drucken lassen, achten Sie unbedingt auf PVC-freie Ausführungen. Gasförmige PVC-Vorprodukte sind stark gesundheitsschädlich. Vinylchlorid ist für den Menschen sogar erwiesenermaßen krebserregend. Weiterhin fallen bei der Produktion große Mengen an hochgiftigen dioxinhaltiger Abfällen sowie an giftigen Abwässern an. Dem Roh-PVC müssen viele umwelt- und gesundheitsschädliche Zusatzstoffe wie Schwermetall-Stabilisatoren (etwa Blei), Weichmacher (Phthalate) und Flammschutzmittel beigemengt werden, die während des Gebrauches entweichen können. Und zuletzt ist auch die Entsorgung ein ungelöstes Problem: PVC-Produkte können nur sehr schwer bis gar nicht einem Recycling zugeführt werden und bei der Verbrennung von PVC entstehen unvermeidbar krebserregende Dioxine1. Außerdem sollten Sie den Druck so gestalten, dass Sie die Transparente künftig wiederverwenden können (z.B. Datum austauschbar). Überlassen Sie Planen, Vliesbanner etc. welche nicht wiederverwendet können gemeinnützigen Organisationen zur Weiterverwendung (z.B. Recyclingtaschen).

Druckereien

Wenn Sie notwendige Druckwerke professionell erstellen lassen, wählen Sie eine umwelt-zertifizierte Druckerei. Diese stellen auf Anfrage Materialien bzw. Druckverfahren zur Verfügung, die ressourcenschonend und weniger umweltbelastend sind. In Tirol stehen bereits mehrere Druckereien zur Auswahl, die mit dem Österreichischen Umweltzeichen und/oder dem EU-Ecolabel zertifiziert sind (Kontakte siehe unten).
Eine weitere Möglichkeit (derzeit aber noch nicht in Tirol) ist die Produktion „Cradle-to-Cradle“, wörtlich übersetzt, „von der Wiege zur Wiege“. Das bedeutet, dass Produkte so hergestellt werden, dass sie bedenkenlos in den natürlichen Kreislauf der Natur rückgeführt werden können. Nach diesem Prinzip hergestellte Produkte sind somit absolut schadstofffrei und durch die vollständige Recyclierbarkeit auch weitgehend abfallfrei.

Bezugsquellen und Kontakte

nach oben