Warum vegetarisch / vegan?

bio fleisch

Fleischproduktion ist klimaschädlich

Es gibt viele gute Gründe, öfter mal auf Fleisch zu verzichten. Klimaschutz ist einer davon. Ernährung verursacht generell große Mengen an Treibhausgasemissionen. Zu den direkten Emissionen zählen Anbau, Ernte, Transport, Lagerung und teilweise auch noch Weiterverarbeitung.

Nahezu 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung lassen sich auf tierische Produkte zurückführen (Fleisch, Fischerzeugnisse, Milchprodukte, Eierwaren), pflanzliche Produkte sind dagegen nur für knapp ein Drittel der direkten Emissionen verantwortlich1.

Zwischen 1950 und 2009 hat sich der Fleischverzehr in Deutschland mehr als verdoppelt2. Das wirkt sich natürlich enorm auf die Klimabilanz aus. 2008 betrugen die gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland 959 Mio. t CO2-Äquivalente. Davon sind 67 Mio. t CO2-Äquivalente alleine auf Fleischkonsum zurückzuführen (zur Info: Verkehrssektor: 156 Mio. t CO2-Äquivalente).
Bremen hat als erste deutsche Stadt einen fleischfreien Wochentag eingeführt. Wenn alle 550.000 BremerInnen tatsächlich einmal die Woche auf Fleisch verzichten würden, entspräche das einer CO2-Sparbilanz von 40.000 Autos3.

Fleischproduktion verschlingt Ressourcen

Es wird oft vergessen, dass neben den direkten Emissionen (s. oben) auch indirekte Emissionen massiv zum Klimawandel beitragen. Diese stammten aus Landnutzungsänderungen (Umwandlung von Grünland in Ackerland oder von tropischem Regenwald in Weideland), welche notwendig sind, um den Mehrverbrauch an Nahrungsmitteln erzeugen zu können. Durch Tierhaltung und Fleischproduktion werden also nicht nur viele Treibhausgase freigesetzt, sondern auch enorme Ressourcen verschlungen. Die Produktion von 1kg Fleisch verbraucht gleich viel Land, wie die Produktion von 200kg Tomaten oder 160kg Kartoffeln. Trotzdem werden 78 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche weltweit für die Tierproduktion direkt (Weiden 87%) und indirekt (Futtermittelanbau 13%) genutzt, anstatt direkt Nahrungsmittel für Menschen zu produzieren4.

Dennoch ist der massive Landverbrauch der Fleischproduktion nur ein Teil des Problems. Die immense Verschwendung und Verschmutzung unseres wichtigsten Lebensmittels – des Süßwassers – hat ebenso gravierende Folgen. Ein Drittel der Menschheit hat nicht mehr genug Wasser, während wir Rindfleisch essen, dessen Produktion pro Kilogramm 15.455 Liter Wasser verschlingt5.

 

Wasserverbrauch Rindfleisch.png

ad 5.) Fleischatlas: Zur Herstellung von 1kg Rindfleisch werden 15455 L Wasser verbraucht

Mithilfe des ökologischen Fußabdrucks kann alles was wir verbrauchen in Fläche umgerechnet werden. Der Fußabdruck Österreichs ist seit 2005 wieder um 6% gestiegen. Derzeit beansprucht der Konsum der ÖsterreicherInnen mit 44 Millionen Hektar doppelt so viel wie der Weltdurchschnitt. Würden alle so leben wie wir, bräuchten wir 3 Planeten6. Ist es angesichts dieser Tatsachen zu viel verlangt, gelegentlich auf tierische Produkte zu verzichten und dafür vegetarische und vegane Leckereien anzubieten?

Zuviel Fleisch ist ungesund

Übermäßiger Fleischkonsum belastet neben der Umwelt auch die Gesundheit der KonsumentInnen und damit auch unser Gesundheitssystem. Die internationale Krebsforschungsorganisation (WCRF) stuft rotes und verarbeitetes Fleisch als „überzeugende“ oder „wahrscheinliche“ Ursache einiger Krebserkrankungen ein. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit einer Gewichtszunahme, bei Kostformen mit hohem Anteil an tierischen Fetten, deutlich erhöht. Daher werden von der internationalen Krebsforschungsorganisation und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als 300 – 500 g Fleisch pro Woche empfohlen7.

Ein weiteres gravierendes Problem ist die häufige Verwendung von Antibiotika in der Tierhaltung. Gerade in der Intensivtierhaltung ist die Seuchengefahr relativ groß. Daher werden Medikamente nicht erst im Krankheitsfall verabreicht, sondern bereits vorbeugend an die ganze Gruppe. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden inzwischen mehr gesunde Tiere mit Antibiotika behandelt, als kranke Menschen. Problematisch ist, dass bereits geringe Mengen Antibiotika dazu führen können, dass sich resistente Bakterien bilden, welche mit herkömmlichen Medikamenten nicht mehr bekämpft werden können. Da den Tieren meist dieselben Wirkstoffe verabreicht werden wie uns Menschen, können diese Resistenzen schließlich auch für uns gefährlich werden.

Der Jahresbericht 2000 der europäischen Überwachungsbehörde EARSS besagt, dass in Österreich bereits jeder Fünfte gegen herkömmliche Antibiotika-Therapien resistent ist. Das derzeitige System der Massentierhaltung muss daher grundlegend geändert werden und darf nicht durch den Kauf von Billigfleisch unterstützt werden. Eine zumindest gelegentlich vegetarische (kein Fleisch), oder vegane Ernährungsweise (keinerlei tierische Produkte) fördert somit Ihre Gesundheit und leistet einen bedeutenden Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit.

Fisch und Meeresfrüchte

Entgegen mancher Meinung zählen auch Fisch und Meeresfrüchte zum Fleisch und sind daher keine fleischfreie, vegetarische Alternative! Bitte bedenken Sie das, wenn Sie Ihr Menü / Buffet planen.

Nicht jedes Fischprodukt ist gleichermaßen ökologisch vertretbar. Viele Speisefischbestände sind überfischt oder am Rande der Überfischung, sensible Ökosysteme werden durch zerstörerische Fangmethoden oder Abwässer von Zuchtfarmen geschädigt. (Quelle: Greenpeace, Einkaufsratgeber für Fisch 2016).  Sie haben als KonsumentIn mit Ihrer Kaufentscheidung die Möglichkeit Ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Fischereipolitik zu leisten. Wenn es Fisch sein soll, kaufen Sie heimischen Fisch , Bio Fisch oder Produkte mit  dem MSC-Siegel.

Für Interssierte: Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) bemüht sich, aus verschiedenen Quellen die Entwicklung der Fischbestände weltweit möglichst realistisch abzuschätzen. Die aktuellen Ergebnisse werden alle zwei Jahre in einem Statusbericht veröffentlicht, dem SOFIA-Report (The State of World Fisheries and Aquaculture). Der letzte Bericht ist am Montag, den 19. Mai 2014 erschienen und stellt die Entwicklung der Weltfischerei bis 2012 dar.

 

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