Za Un - das Boulderfestl im Interview

"Der Nachhaltigkeitsgedanke hat sich gefestigt"

Umweltreferentin Judith ERLER (Alpenverein/Sekt. Wattens)
Umweltreferentin Judith ERLER (Alpenverein/Sekt. Wattens)
Za Un - Boulderfestl
Za Un - Boulderfestl
Za Un - Boulderfestl
Za Un - Boulderfestl
Za Un - Boulderfestl Verpflegung
Za Un - Boulderfestl Verpflegung
Za Un - Boulderfestl Drahteselparkplatz
Za Un - Boulderfestl Drahteselparkplatz

Das "Za Un Boulderfestl" in Wattens wurde erstmals als Going Green Event veranstaltet. Judith Erler vom Alpenverein hat uns erzählt welche Herausforderungen es gab, wie sich der Nachhaltigkeitsgedanke im Team gefestigt hat und warum das vegetarische Menü gleich weg war.

1.      Wie bist du auf die Idee gekommen das "Za Un Boulderfestl" nachhaltig zu gestalten?

Wir haben gemeinsam im Team beschlossen, diesen Schritt zu machen: Der Alpenverein als Umweltorganisation soll und kann auch Indoor-Veranstaltungen nachhaltig gestalten. Einige im Team haben schon in der Planung und Umsetzung des Wiesenrock-Festivals Erfahrungen mit der GREEN EVENT TIROL-Zertifizierung gesammelt, darauf konnten wir aufbauen. Schon beim Za Un 2016 haben wir bereits einige Maßnahmen umgesetzt. Das Going Green-Zertifikat macht das sicht- und greifbar.

2.      Was war euer Ziel?

Unser gemeinsames Ziel war es, ein nachhaltiges Fest zu planen, das – wie jedes Jahr – Spaß macht. Das ist uns gelungen. Für mich persönlich war es mein erstes Projekt als Umweltreferentin in der Sektion Wattens.

3.      Was war für euch schwierig umzusetzen? Was hat euch besonders gefreut?

Wir waren uns manchmal nicht sicher, ob wir beispielsweise bei Tapes zum Markieren der Boulder oder bei den Planen für die Absicherung des Boulderbereichs etwas berücksichtigen müssen. Währenddessen wir diese Fragen im Team besprochen haben, wurde mir klar, wie sich dieser Nachhaltigkeitsgedanke bei uns schon gefestigt hat – das war und ist sehr schön. Besonders gefreut hat uns, dass wir die soziale Nachhaltigkeit leben konnten und drei BoulderInnen des ParaClimbing-Teams bei uns begrüßen durften.

4.      Was war aus deiner Sicht die wesentlichste Wirkung?

Ich glaube, dass durch die Going Green-Zertifizierung viele im Team sensibilisiert wurden.

5.      Wie haben die Leute auf die Veränderungen reagiert?

Manche Umstellungen, beispielsweise das Recycling-Papier, waren für die BesucherInnen nicht bemerkbar. Das Essen wurde sehr gut aufgenommen – unser vegetarisches Menü war sogar früher als letztes Jahr ausverkauft. Etwas schwieriger war der Umgang mit dem Pfandgeschirr, da wir auf jedes Stück, also auch auf Messer, Gabel usw., Pfand verlangen mussten. Das kam bei manchen nicht gut an.

6.      Habt ihr unterm Strich mehr Geld ausgegeben, weil das Fest nachhaltiger war?

Ja. Bestimmte Ausgaben sind kostenintensiver ausgefallen, wie zum Beispiel das Recycling-Papier für die Drucksorten. Auch bei Bio-Lebensmitteln und Pfandgeschirr hatten wir Mehrausgaben.

7.      Was denkst du über die GOING GREEN TIROL-Checkliste?

Die Checkliste war für mich ein Leitfaden, wie eine To-Do-Liste, die ich abhaken kann.

8.      Wirst du für die nächste Veranstaltung eine Auszeichnung als GREEN EVENT TIROL anstreben?

Wir werden auf jeden Fall versuchen, das nächste Za Un nach den Kriterien von GREEN EVENTS TIROL zu planen – auch wenn wir wissen, dass die Vorgaben umfassender sind.

Liebe Judith, vielen Dank für das Gespräch - wir freuen uns auf weitere Einreichungen von euch!

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